Es geht also nicht um die Rekonstruktion von Krankheitsbildern, sondern um das beinah alltägliche Schwindelgefühl aus Panik, Sehnsucht, Scham und Euphorie, das hier mit verblüffenden bis grotesken Welterklärungsmodellen gleichzeitig beschworen und gebannt wird.
TEXTAUSZUG
Also, es gibt ja Götter, das heißt, nicht solche, wie die Griechen es gemeint haben, sondern solche, die die Welt erschaffen haben. Das ist ja nicht ein Gott, die ganze Sternenwelt und alles, das müssen ja Götter sein, viele. Ich hab gelesen - nicht vielleicht, dass ich es noch nicht gewusst hätte, da hab ich schon längst alles gewusst -, aber ich hab gelesen, so ungeschickt ausgedrückt, ganz winzige Tierchen, unendlich viele, haben die Welt gemacht.
Mit Dominik Bender
Regie Hildegard Schroedter
Raum Isolde Wittke
Licht Urs Hildbrand
Texte Gugginger Künstler
Pressestimmen
Bender benutzt die Sprache wie ein Seziermesser. Sehr konzentriert und sorgfältig schält er Schicht um Schicht aus den Texten heraus, quälende Befindlichkeiten, visionäre Weltvorstellungen, Anwandlungen von heiterer Unbeschwertheit, bis am Ende etwas dasteht, was mit sich ganz allein ist: ein Mensch.
( Regine Bruckmann, zitty)
Die Welt der Schizophrenie gibt sich nur in kurzen Augenblicken als in sich kohärent zu erkennen - tatsächlich verstehen wir sie nicht. Auch der Autor scheint sie nicht zu verstehen - aber er respektiert sie und legt uns nahe, sie auch zu respektieren. Verkörpert von einem so talentierten und reflektierten Schauspieler fällt das nicht schwer: ein kleiner, später Sieg für die Antipsychiatrie-Bewegung.
( Ekkehart Krippendorff, Neues Deutschland)

Fotos: © Martin Pfahler

F40 ist die gemeinsame Spielstätte von ENGLISH THEATRE BERLIN und THEATER THIKWA