THEATER THIKWA UND THIKWA-WERKSTATT FÜR THEATER UND KUNST
 
BEREICHERT EUCH! 25 Jahre Theater Thikwa - Jubiläumsgala
Foto: Andreas Kirsch

Daniela Schadt, Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, und Tim Renner, Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten in Berlin, besuchten am 22. November 2016 die Jubiläumsgala von Theater Thikwa und begrüßten die Gäste der Festveranstaltung. Auch Daniela Schadt würdigte das Engagement des Theaters und der Thikwa-Werkstatt für Theater und Kunst in einem Grußwort – die Ansprache von Daniela Schadt:

Wir dürfen uns heute Abend freuen, Zeugen eines erfolgreichen Experiments zu sein. Als künstlerisches, wie auch soziales Experiment – so ordneten die Initiatoren von Theater Thikwa ihr Pionierprojekt im Jahr 1991 ein. Wohlgemerkt, das war im letzten Jahrtausend! Und das zu Recht, denn Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben steckten damals in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Der Begriff „Experiment”, laut Duden ein gewagtes, unsicheres Unternehmen, war somit aus heutiger Perspektive passend gewählt.

Bereits die Idee, Darstellerinnen und Darstellern mit geistiger Behinderung im wahrsten Sinne des Wortes eine eigene Bühne zu öffnen, war in den frühen 1990er Jahren einerseits innovativ und weitsichtig, aber andererseits auch rege umstritten. Die ersten Produktionen von Theater Thikwa lösten kontroverse Debatten darüber aus, ob eine geistige Behinderung und künstlerische Ästhetik überhaupt zusammenpassen, ob sich angesichts vermeintlicher Einschränkungen Talent überhaupt entfalten kann. Glücklicherweise verstummten diese Zweifler schnell, denn die Darstellerinnen und Darsteller des Thikwa-Ensembles überzeugten ihr Publikum von Beginn an mit ihrer Kreativität, ihrer vielschichtigen Ästhetik und mit beispielhaftem Ehrgeiz.

Aus der Berliner Kulturszene ist Theater Thikwa heute nicht mehr wegzudenken. Und nicht nur das: Unsere Theaterlandschaft wäre ärmer und weniger vielfältig ohne die besonderen, oft überraschenden Ausdrucksformen und Perspektiven, die Ihre Produktionen, sehr geehrter Herr Hartmann, sehr geehrte Frau Hummel, so einzigartig machen. Ihr Publikum erkennt und schätzt, dass die Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe miteinander in einen aktiven Dialog treten und gemeinsam anspruchsvolle Projekte wagen. Das Zusammenwirken grundverschiedener und doch gleichberechtigter Talente – das ist Ihre Stärke.

Es zeichnet Theater Thikwa in meinen Augen auch besonders aus, dass Sie andere an Ihrem künstlerischen und methodischen Erfahrungsschatz teilhaben lassen. Gastspiele und Workshops führten Sie in zahlreiche Städte Deutschlands, immer mehr wird Ihre Expertise aber auch im Ausland nachgefragt. Eine Ko-Produktion mit einem Moskauer Inklusionstheater findet sich als Zeugnis dieser auch internationalen Ausrichtung in Ihrem diesjährigen Festprogramm wieder. Bitte fühlen Sie sich ausdrücklich ermutigt, diese Rolle als Kulturbotschafter auch künftig zu pflegen und auszubauen – Ihre Darsteller und durch Sie wir alle, das Publikum, können davon nur profitieren.

Dass die ursprünglich als Freiwilligen-Projekt ins Leben gerufene Theater-Combo sich so rasch eine professionelle, institutionalisierte Basis erarbeiten konnte, war sicher ein Beschleuniger ihrer Erfolgsgeschichte. Die Thikwa-Werkstatt für Theater und Kunst eröffnete den Schauspielerinnen und Schauspielern schon ab 1995 die Möglichkeit, einen geregelten Arbeitsalltag in Einklang zu bringen mit der Planung neuer Inszenierungen, mit Proben und Auftritten. Diese Zusammenarbeit – zunächst mit dem Bundesgesundheitsministerium, heute mit der Nordberliner Werkgemeinschaft – gibt den Künstlern Sicherheit und Stabilität und gleichzeitig die Möglichkeit, ihr Können bestmöglich zu entfalten und auch in anderen Bereichen weiterzuentwickeln. Allen, die dies möglich gemacht haben und auch heute finanziell und ideell unterstützen, gebührt Dank und Anerkennung.

Ich gratuliere Theater Thikwa sehr herzlich zum Geburtstag, zu 25 Jahren Erfolg und Experimentierfreudigkeit und zu einem gelebten Miteinander!

Und nun freuen wir uns gemeinsam auf das Programm, das die Künstlerinnen und Künstler für uns heute Abend zusammengestellt haben. Lassen wir uns von ihrem Können inspirieren.

Fotos: Andreas Kirsch
Besuch der Bundesbehindertenbeauftragten

Im Rahmen des Jubiläums hat die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Verena Bentele die Aufführung von „Subway to Heaven” besucht und im Anschluss mit den Thikwa-Künstlern gesprochen.

Fotos: Andreas Kirsch
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