THEATER THIKWA UND THIKWA-WERKSTATT FÜR THEATER UND KUNST
 
Berlin International Opera & Theater Thikwa
The Medium & A Hand Of Bridge
Zwei amerikanische Kurzopern / Two American Chamber Operas
Eine heitere Bridge-Partie wird zur Séance. Frivolität trifft Metaphysik. Abgründe tun sich auf. Die inneren Dämonen kommen ins Spiel. Ein Unglück geschieht. Doch am Ende spielt man wieder Bridge ...

Die beiden Kurzopern zweier berühmter US-amerikanischer Komponisten des 20. Jahrhunderts - die düster-dramatische Kammeroper The Medium von Gian-Carlo Menotti und die burleske Opernminiatur A Hand of Bridge von Samuel Barber - werden spannungsreich miteinander verknüpft.

Mit Nena Brzakovic, Jonny Chambilla, Rebecca Fromherz, Christian Michael Newman, Gwendolyn Reid, Sirje Viise / Lucy de Butts und Andrew Young
Regie: Anke Rauthmann (The Medium), Jean-Ronald LaFond (A Hand of Bridge)
Musikalische Leitung: Kanako Nakagawa
Bühne + Kostüm: Isolde Wittke
Dramaturgie: Lauren Lee

„ein musikalisch-theatralischer Volltreffer“ Karin Coper, Orpheus-Magazin 7+8/2010


Foto © Peter Ehrentraut

A Hand of Bridge
: Zwei Paare spielen Bridge. Ihre Gedanken schweifen ab in Träume vom Luxusleben, von der Rache am Chef, vom Fremdgehen. Keiner läßt sich in die Karten schauen. Keiner spricht aus, was er denkt. Plötzlich löst sich die frivole Runde auf. (ca. 9 Min.)

The Medium: Die Wahrsagerin Madame Flora gaukelt in ihren geldbringenden Séancen Kontakte mit Verstorbenen vor, von Tochter Monica und dem taubstummen Handlanger Toby wirkungsvoll in Szene gesetzt. Als sie eines Tages eine kalte Hand an ihrer Kehle fühlt, bekommt sie Paranoia und verliert die Kontrolle. (ca. 65 Min.)

A Hand of Bridge: Am Ende spielen alle wieder Bridge.


Foto © Gerardo Aguilar

Samuel Barber
(1910-1981) und Gian-Carlo-Menotti (1911-2007) sind eines der bekanntesten Künstlerpaare in der Musik des 20. Jahrhunderts.
Menottis Vater war mäßig erfolgreicher Kaffeeimporteur in der Lombardei/Italien, Toscanini empfahl den 17-jährigen an die berühmte Curtis School of Music/Philadelphia/USA. Dort traf er den aus reichem amerikanischen Haus stammenden Barber. Sie wurden ein Liebespaar und ergänzten und beeinflußten sich künstlerisch. Beide experimentierten mit atonalen Elementen, blieben aber grundsätzlich den Strukturen der Tonalität treu, was ihre Musik modern aber auch zugänglich macht. Menotti war ein talentierter Librettist, der grundsätzlich die Texte seiner Opern selbst schrieb, er verfasste auch die Libretti für Samuel Barbers einzige Opern Vanessa und A Hand of Bridge.

 


 


Foto © Peter Ehrentraut

Die Hauptrolle der Madame Flora in Menottis The Medium singt die serbische Mezzosopranistin Nena Brzakovic, die zuletzt als Carmen in der Produktion Strangers im HAU Erfolge feierte. Alle anderen Sänger sind vom Ensemble Berlin International Opera. Die Rolle des taubstummen Toby spielt Jonny Chambilla vom Ensemble des integrativen Theaters Thikwa.

Foto© Gerardo Aguilar

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Relativ frisch im Geschäft ist auch die BERLIN INTERNATIONAL OPERA, die jungen Sängern ein Podium bieten will. Galten die bisherigen Produktionen anspruchsvollster Kost mit Klavieraufbereitung (Hochzeit des Figaro, Don Giovanni und Macbeth), bleibt man beim jüngsten Projekt bescheidener. Und landet im Studio des Kreuzberger Thikwa Theaters mit Menottis The Medium und Samuel Barbers 10-minütigen Opernwinzling A Hand of Bridge einen musikalisch-theatralischen Volltreffer.
Erst wird die Bridge-Partie zweier Paare (Tanja Simic-Quieiroz ragt durch ihren individuellen, technisch gut geführten Sopran und darstellerische Präsenz aus dem Solistenquartett heraus) in der Regie von Jean-Roland LaFond zum Seelenstrip, danach inszeniert Anke Rauthmann Menottis Kurzoper als packendes, ausgefeiltes Psychodrama. Besonders berührend das erste Finale. Wenn Madame Flora (von beklemmender Intensität und mit wuchtigem Alt Nena Brzakovic), Monica (mit beseeltem Sopran Lucy de Butts) und Toby (der behinderte Schauspieler Jonny Chambilla ist wie geschaffen für diese Figur) am Boden kauern, drückt das Verstörung und Trost gleichermaßen aus. Kanako Nakagawa gibt einfühlsam vom Klavier aus die musikalischen Impulse.
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Karin Coper, Orpheus-Magazin 7/8 2010

Fotos © Peter Ehrentraut

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