THEATER THIKWA UND THIKWA-WERKSTATT FÜR THEATER UND KUNST
 
NO LIMITS – INTERNATIONALES THEATERFESTIVAL
9. – 18. NOVEMBER 2017 IN BERLIN
So 12. November | 20 Uhr | Große Bühne
Danza Mobile & Yugsamas Movement Collective (Spanien/Österreich)
WHERE IS DOWN?
Foto: Raquel Alvarez

Der Höllen-Cancan weist den Weg: nach unten. Dort treffen sich wilde Gestalten in wallenden Kleidern, bunten Perücken, dicken Brillen. Einer sagt: „Sei nicht du selbst.” Was auch sonst, auf einer Bühne, in einem solchen Kostüm? Claude Debussy, Richard Strauss und Maurice Ravel bereiten den Synthesizer-verfremdeten Klangteppich dieser merkwürdigen Welt aus Licht und Nebel, in der sich Grenzen auflösen und neue Gemeinschaften bilden. Die Tänzer*innen wirken wie vermummte Superhelden in einem versunkenen Traumland zwischen Ballettposen und rhythmischer Sportgymnastik. Aber spätestens, wenn Giacomo Puccinis berühmte Arie „Nessun dorma” erklingt, findet der Abend zu einer berührenden Eigentlichkeit, vor der auch die Masken weichen müssen. „Where is down?” fragt der Abend doppeldeutig. Also: Wo ist unten? Wer dabei an Down-Syndrom denkt, liegt nicht verkehrt: Danza Mobile – bekannt nicht zuletzt durch den Film „Me too – Yo también” – ist seit Jahren im Bereich inklusiver Tanz aktiv und bildet, als eine der wenigen Schulen in Europa, geistig behinderte Bühnentänzer*innen aus. Für „Where is down?” hat die Gruppe zum ersten Mal mit der internationalen Compagnie Yugsamas Movement Collective zusammengearbeitet. Mit eindrücklichem Ergebnis: ein Abend, der wie Ravels „Bolero” unscheinbar beginnt, sich langsam steigert und fulminant endet.

The cancan from hell points the way: downwards. Wild figures in flowing gowns, colourful wigs and thick glasses meet here. One of them says: "Don't be yourself." What would be the alternative anyways, on a stage, in a costume like this? Claude Debussy, Richard Strauss and Maurice Ravel prepare the synthesizer-distorted soundscape of this bizarre world of light and fog, where boundaries dissolve and new communities are formed. The dancers appear like hooded superheroes in a sunken dreamland between ballet postures and rhythmic gymnastics. But at the latest when Giacomo Puccini's famous aria "Nessun dorma" resounds this evening finds its touching authenticity dispelling all masks.
"Where is down?" this evening asks with ambiguity. So: Where is down? Those who are reminded of Down syndrome are not mistaken: Danza Mobile – also known for the film "Me too – Yo también" – has been active in the area of inclusive dance and – as one of the few schools in Europe – trains stage dancers with mental disabilities. For "Where is down?" the group collaborated for the first time with the Yugsamas Movement Collective. With impressive results: An evening which like Ravel's Bolero begins inconspicuously, steps up gradually and ends with fireworks.
Tickets: EUR 16 / 10 concessions (Duration approx. 60 minutes)

Von und mit: Helliot Baeza, Manuela Calleja, Anna Friedrich, Jaime García, Carla Morera, José Manuel Muñoz, Daniel Parejo, Yali Rivlin | Eine Produktion von: Danza Mobile in Koproduktion mit Yugsamas Movement Collective | www.danzamobile.com

So 12. November | 20 Uhr | Große Bühne
Tickets: 16 € – ermäßigt 10 €

▶ Online-Tickets

 

NO LIMITS - internationales Theaterfestival
9.- 18. November in Berlin

Was ist politisch in den performativen Künsten von und mit Menschen mit einer Behinderung? Das Festival No Limits sucht nach Strategien, wie Künstler*innen mit Behinderung auf den sich ankündigenden gesellschaftspolitischen Rollback – AfD, Trump, Erdogan – reagieren. Oder ist die Tatsache, als Mensch mit einer Behinderung auf der Bühne zu stehen, auch im Jahr 2017 weiterhin dermaßen politisch, dass jedes darüber hinausgehende politische Interesse den künstlerischen Prozess überlastet?
Zumal dann, wenn auch der Text und die Regie von einem Künstler mit geistiger Behinderung stammen. Wie im Fall von Dennis Seidel, der vor zwei Jahren mit „Ordinary Girl” für einen Festivalhöhepunkt sorgte. In diesem Jahr wird sein neues Stück „Der Tag, an dem Kennedy ermordet wurde und Mimmi Kennedy Präsidentin wurde” bei No Limits seine Uraufführung erleben. Eine weitere Uraufführung zeigt tanzbar_bremen mit „touch me” über die Kraft von Berührungen, während Danza Mobile & Yugsamas Movement Collective in ihrem Tanzabend „Where is down?” Unterwelt und Down-Syndrom kurzschließen und Sehgewohnheiten infrage stellen. Außerdem macht die australische Gruppe Back to Back bei No Limits Station, um in Workshops einen Teil ihres neuen Filmprojekts „Radial” zu drehen und das Ergebnis am Ende in einem öffentlichen Screening zu zeigen.

 



Berlin Bühnen
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F40 ist die gemeinsame Spielstätte von ENGLISH THEATRE BERLIN und THEATER THIKWA

Fidicinstrasse 40
10965 Berlin (Kreuzberg)

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Bus: M19
Mehringdamm
Bus: 104
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