DEEN

Description of an elephant
Tanzperformance

Ach so, wieso, sowieso, Zou? Zou heißt Elefant auf japanisch. Godzilla ist ein Geschöpf der Atombombe und des God of Zilla. Vielleicht ist der Elefant ein elektrisches Phantom? Schon mal einen richtigen Zou gesehen? Einen von diesen dreckigen grauen Lumpen im Zoo mit den traurigen Augen oder auf Youtube, wo sie dieselbe Bewegung immer und immer wieder machen? Die japanische Butoh-Tänzerin Yuko Kaseki und das Thikwa-Ensemble befragen in dieser Tanzinstallation, wie wir gebrochene Körper, Erfahrungen und Gefühle wahrnehmen.

In einer Geschichte berühren blinde Männer einen Elefantenkörper um herauszufinden, wie er ist. Jeder erspürt einen anderen Körperteil: Ein Bein oder den Stoßzahn. Danach vergleichen sie ihre Eindrücke und sind völlig widersprüchlicher Meinung. Geschichten wie diese bringen uns auf Fragen nach Wahrheit und Kontakt. Ein Tierkörper, das Bein eines Tänzers, eine Skulptur, alles wird austauschbar. Im Schattenraum unsicherer Oberflächen, Gewebe und Bewegungen beginnt ein Prozess des Niederreißens und wieder Zusammenfügens. Zweifel durchdringt Überzeugung und umgekehrt. Zufall, Begrenzung, Zerbrechlichkeit und die besondere Körperlichkeit der Thikwa-Performer sind Architekten und Katalysatoren zugleich.
Verwirrte Körper prallen aufeinander, zeichnen Räume und Landschaften, bauen Häuser und Städte, erschaffen Tanz und Raum – wie einen verdrehten Elefantenkörper.

Die Choreografin und Tänzerin Yuko Kaseki lebt in Berlin. 1990 wurde sie Mitglied der Anzu Furukawa Dance School und studierte anschließend Performing Arts an der Hochschule der Bildenden Kunst in Braunschweig. Danach war sie Mitglied der Tanzcompany Dance Butter Tokio. 1995 gründete sie mit Marc Ates die Company cokaseki und realisierte zahlreiche Produktionen in Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern (Chiharu Shiota, Francois Giovangigli, Søren Dø, Isak Immanuel u.a.) und Musikern (Aki Takase, Axel Dörner, Antonis Anissegos, Andrea Neumann, Johannes Wallmann, Bob Rutmann u.a). Ihre Solos und Ensembleperformances wurden u.a. in Europa, USA, Kanada, Mexico, Taiwan, Korea und Japan aufgeführt. Seit 2001 erarbeitet sie mit der Company inkBoat (San Francisco). Yuko Kaseki organisiert und tanzt außerdem die Improvisations-Serie AMMO-NITE GIG seit 2004 mit internationalen Tänzern, Performern und Musikern. „Ame to Ame“ erhielt den Isadora Duncan Izzie Award für die ‚Best Ensemble Performance’ in San Francisco, USA. „Tooboe“ wurde 2004 als ‚Outstanding Production’ bei dem ‚Dora Mavor Moor Award’, in Toronto, Kanada nominiert. „Let My Fish Loose“ wurde für den ‚no-ballet’ in Ludwigshafen nominiert. „Kudan“ wurde für den ‚Toyota Choreography Award’ 2004 in Tokyo, Japan nominiert. „c(H)ord”, Kollaboration mit inkBoat production erhielt den Isadora Duncan Dance Award 2009 in San Francisco, USA. Mit Theater Thikwa arbeitet sie seit 2009 regelmäßig zusammen.

Premiere: 18. Februar 2015

Mitwirkende

Mit:
Max Edgar Freitag, Cornelia Glowniewski, Karol Golebiowski, Merete Kaatz, Yuko Kaseki, Anne-Sophie Mosch, André Nittel, Sammy Serag
Regie / Choreografie:
Yuko Kaseki
Lichtinstallationen / Projektionen:
Sarane Lecompte, Justin Palermo
Live-Musik:
Kazuhisa Uchihashi
Bühne:
Isolde Wittke
Kostüm:
Heike Braitmayer
Lichtdesign:
Ralf Arndt
Szenenfoto aus einer Auffuehrung: Ein junger Mann im Profil im Halbdunkel. Er hat ein seltsames rundes Gebilde mit einem Miniatur-Elefanten in der Hand.
Foto: David Baltzer
Szenenfoto aus einer Auffuehrung: Links eine offene Holztuer, die ein Mann im Overall durchschreitet. Rechts im Hintergrund eine Frau im Overall mit einem rechteckigen Gebilde am Kopf.
Foto: David Baltzer