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Extremities

die Utopie einer friedlichen, offenen und diversen Gesellschaft ... mit einem erhebenden wunderschönen Finale. Gelungen!

Tanzen gegen den Optimierungswahn

Lennart Garbes, rbb Inforadio Kultur

Diese Tanzperformance illustriert die Entwicklung des menschlichen Körpers von der Zelle bis zu seinem tatsächlichen Dasein und fokussiert den Körper in seiner Materialität mit all seinen Stärken und Schwächen. Kein Körper ist perfekt. Es existiert keine absolute Symmetrie, keine reelle Norm. Und doch strebt der Mensch genau danach, die Gesellschaft will Perfektion und Optimum statt Anderssein. „Extremities“ ist eine ebenso bildgewaltige wie intime tänzerische Kampfansage gegen Konformität und oberflächliche Ideale.

In diesem Tanzstück geht es um den Körper
vom Menschen.
Jeder Mensch ist einzigartig.
Kein Körper ist perfekt.
Aber die Gesellschaft möchte perfekte Körper.
Anderssein findet die Gesellschaft doof.
Anderssein ist aber kein Problem.
Darum geht es in diesem Stück.

Leben beginnt als Zellform, unbestimmt und formlos. Der menschliche Körper entsteht zufällig. Zellen werden befruchtet, andere sterben ab. Seine werdende Existenz und Entwicklung ist unvorhersehbar. Kommt es zu einer Befruchtung wird das Erbmaterial neu verteilt und es entsteht eine völlig neue und unverwechselbare DNS. Jeder menschliche Organismus ist somit einzigartig und hat seine individuelle Physis.
„Extremities” illustriert die Entwicklung des menschlichen Körpers von der Zelle bis zu seinem tatsächlichen Dasein und fokussiert den Körper in seiner Materialität mit all seinen Stärken und Schwächen.
Kein Körper ist perfekt. Es existiert keine absolute Symmetrie, keine reelle Norm. Und doch strebt der Mensch genau danach. Selbstoptimierung und Effizienzsteigerung setzen unter permanenten Leistungsdruck. Der eigene Körper wird verzerrt wahrgenommen und in vielen Fällen sogar komplett abgelehnt. Aber der Mensch ist ein Mängelwesen. Technische Abläufe oder Algorithmen können optimiert oder effizienter gemacht werden, aber menschliches Leben erschließt sich nicht in Maßzahlen. Medizinischer Fortschritt und technologische Errungenschaften gewähren eine bessere Gesundheit und ein längeres Leben. Pränataldiagnostik suggeriert eine beherrschbare Zukunft. Perfektion und Optimum vom ersten Atemzug an. Die Hightech-Medizin vermag dies. Die Folge wäre eine Gesellschaft, in der kein Platz für ‚Anderssein’ ist. Es wäre eine einseitige und langweilige Gesellschaft.
„Extremities” ist eine tänzerische Kampfansage gegen Konformität und oberflächliche Ideale. Für diese besondere Tanzproduktion, die die Tänzerin und Choreografin Linda Weißig mit dem Thikwa-Ensemble erarbeitet hat, kreierte die Elektronik-Musikerin Dane Joe aka Adi Koom die passenden Sounds, Musik und Videobilder.

Mitwirkende

Tanz:
Dario Bezer, Felix Brünig, Atalay Dogan, Konstantin Langenick, Vincent Martinez, Lia Massetti, Anne-Sophie Mosch, Linda Weißig, Claire Wolff
Choreografie:
Linda Weißig
Sound/Videodesign:
Dane Joe aka Adi Koom
Bühne:
Isolde Wittke
Kostüme:
Heike Braitmayer
Lichtdesign:
Katri Kuusimäki
Videotrailer :
Stephan Samuel
Szenenfoto aus einer Auffuehrung: Vier Frauen mit ausgebreiteten Armen auf einer Buehne.
Copyright: Florian Krauss – Extremities
Szenenfoto aus einer Auffuehrung: Fuenf Personen stehen auf einer DNA-Nachbildung auf einer Theaterbuehne.
Copyright: Florian Krauss – Extremities
Szenenfoto aus einer Auffuehrung: Zwei Maenner auf einer Buehne. Zwischen ihnen eine Folie in der Luft.
Copyright: Florian Krauss – Extremities
Szenenfoto aus einer Auffuehrung: Vier Personen auf einer Theaterbuehne. Im Hintergrund eine DNA-Nachbildung.
Copyright: Florian Krauss – Extremities